Wie viel Bewegung braucht ein Kind am Tag?

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Kinder sollten sich über den Tag verteilt mindestens 180 Minuten abwechslungsreich bewegen. Dabei sollte die Intensität der Bewegung variieren. Das heißt, die Beanspruchung reicht von mäßig bis hoch. Eine mäßige Beanspruchung kann zum Beispiel Schaukeln oder Rutschen sein.

Dabei sollte die Intensität der Bewegung bei drei bis vierjährigen Kindern für mindestens 60 Minuten mittel bis hoch sein. Eine mittlere Beanspruchung kann zum Beispiel das Fahren mit dem Laufrad sein. Eine hohe Beanspruchung kann zum Beispiel schnelles Laufen oder Springen sein.

Kinder brauchen Bewegung

Kinder haben einen inneren Bewegungsdrang. Bewegung schult die Wahrnehmung der Kinder. Dabei werden vor allen Dingen die Raumerfahrung, das Körperbewusstsein, das Koordinationsvermögen und der Gleichgewichtssinn gefordert und weiterentwickelt. Körpererfahrungen können als unmittelbares Erleben des „Ich“ aufgefasst werden. Dies ist notwendig für den Aufbau von Selbstbewusstsein und für eine positiv empfundene Selbstwahrnehmung. Bewegung fördert den Stoffwechsel und so die Festigung der Knochen, die Entwicklung von Muskeln und Organen.

 

Sobald Kinder sich bewegen können, haben sie Freude an z. B. Bällen. Sie erfahren, dass ein Ball immer wieder zur Erde fällt und dass er schräge Ebenen hinunter rollen kann. Sie lernen Bewegungen einzuschätzen und vorauszuahnen. Mit zunehmender Mobilität tragen Kinder scheinbar planlos Gegenstände durch die Wohnung und lassen sie irgendwo liegen. Dabei lernen sie, dass Gegenstände aus der Entfernung kleiner aussehen als aus der Nähe. Gleichzeitig erweitern sie ihre Raumerfahrung. Auch das Klettern auf, unter und in Möbel schult Raumwahrnehmung und Körperbewusstsein. Der Gleichgewichtssinn und die Auseinandersetzung mit der Schwerkraft werden durch Schaukeln, sich drehen, hüpfen, Knie-Reiter-Spiele und in den Armen der Eltern fliegen gefordert. Eine Federkernmatratze oder ein Trampolin, eine schiefe Ebene (Rutsche), Hängematte, Punching-Ball, große Kissen, Materialien zum Höhlen bauen (Bettlaken, Klammern, Decken, Taschenlampe), Luftmatratze, Schaukel, Plastiktonne zum Rollen und hinein klettern – all dies sind Gegenstände, die nicht nur viele Körper- und Bewegungsreize bieten, sondern auch die Fantasie anregen.

Kleinkinder: Muskulatur und Koordination

Mit Dreirad und Roller üben die Kinder Koordination von Armen und Beinen. Die Notwendigkeit, Richtungen anzupeilen und einzuhalten, zu lenken und Hindernisse zu umfahren schult Wahrnehmung, Gleichgewicht und Körperbeherrschung. Ein Rollbrett fördert die Raumerfahrung und trainiert auch die Rumpfmuskulatur. Mit etwa 4 bis 5 Jahren sind Becherstelzen, Fahrrad, Inlineskater und Schlittschuhe eine neue Herausforderung für die Koordination und den Gleichgewichtssinn der Kinder. Im Winter wird beim Schlittenfahren ebenfalls die Wahrnehmung geschult.

Ganz wichtig für die Entwicklung der Muskulatur und der Koordination ist darüber hinaus das Schwimmen. Schwimmkurse werden meist für Kinder ab 4 bis 5 Jahre angeboten. Erfahrungsgemäß lernen die Kinder mit 5 bis 6 Jahren schneller schwimmen als jüngere Kinder. Wachsen sie jedoch mit einem Schwimmbecken auf, können sie im Alter von 2 Jahren oft schon wie ein Hund durchs Wasser paddeln.

Wahrnehmung über die Sinne

Sinne stellen dem Menschen Informationen zur Wahrnehmung seiner Umwelt bereit. Durch Bewegung werden alle Sinne gefordert, geschult und verfeinert. Ein Kind lernt, die Einzelreize der verschiedenen sensorischen Zentren zu koordinieren, richtig einzuordnen und angemessen darauf zu reagieren.

Besonders hervorzuheben sind an dieser Stelle zwei Wahrnehmungsapparate des Menschen:

Das sogenannte Vestibuläre System übt auf bestimmte Sinnesorgane eine koordinierende Funktion aus. So wirken sich z.B. Klettern, Schaukeln und Tanzen fördernd auf Sprechen, Sehen, Hören, Grob- und Feinmotorik aus. Das sogenannte Propriozeptives System ist u.a. unerlässlich für die Übereinstimmung von Sehen und Körperbewegung (visuomotorische Koordination). Die Koordination aller gewollten Bewegungen muss erst erlernt werden.

Wahrnehmungsstörungen, die sich in einer Lese-Rechtschreibschwäche, einer Rechenschwäche oder einem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) äußern können, Koordinationsstörungen, Konzentrationsschwächen und Übergewicht sind nur einige von vielen möglichen Folgen von Bewegungsmangel.

Welche Möglichkeiten habe ich, um meinem Kind ausreichend Bewegung zu ermöglichen?

Was alles gut für Kinder ist, wissen die meisten Eltern selbst. Das Problem liegt in erster Linie beim Zeitfaktor. In der Regel sind heute beide Eltern berufstätig, sobald ihre Kinder die Kita besuchen. Ein Verdiener kann in der Regel den Lebensunterhalt nicht allein bestreiten.

Jeder der arbeiten geht, weiß wie anstrengend der Alltag wird, wenn auch noch ein oder mehrere Kinder zu versorgen sind. Oft haben besonders Frauen eine extreme Belastung, wenn sei neben dem Beruf noch den Haushalt regeln, die Kinder erziehen und wohlmöglich die eigenen Eltern betreuen. Dann bleibt für eigene Interessen und Energie tanken keine Zeit mehr.

Wie schafft man es dennoch den Kindern täglich die nötige Bewegung zu ermöglichen. Ein Konzept kann helfen.

  1. Einrichtung des Kinderzimmers der Wohnung

In den ersten 3 Lebensjahren bauchen Kinder noch nicht so viel Platz, um Bewegungserfahrungen zu sammeln. Eine Matratze zum Hüpfen, ein paar Schaumstoffklötze, Bälle, Kissen oder ein weicher Sessel und ein warmer Fußboden sind ausreichend, um in Bewegung zu sein und zu spielen. In einer Wohnung gibt es viele Möglichkeiten auf Entdeckertour zu gehen und erste Erfahrungen zu machen.

  1. Rituale

Ein paar Minuten zu Fuß zur Kita oder zur Schule zu gehen, tut Eltern genauso gut wie den Kindern, sofern die Kita in der Nähe ist. In Krankenhagen sind die Entfernungen jetzt nicht so groß. Schulkinder sollten möglichst immer zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren.

  1. Bewegung in der Einrichtung

Kita Kinder gehen in der Regel zwischen einer halben und zwei Stunden am tag mit den Kindern an die frische Luft zum Spielen und Spazierengehen. In der Grundschule sind zwei Bewegungspausen von 20 Minuten zu rechnen.

  1. Freizeit Angebote

Der Sportverein hat verschiedene Angebote für Kinder. Kleinkinder machen erste Bewegungserfahrungen in der Eltern Kind Gruppe oder beim Familienturnen. Für Schulkinder bietet der Sportverein täglich verschiedene Möglichkeiten, angefangen beim Kinderturnen, Karate, Cheerleading, Fußball und in Kooperation mit den Nachbarvereinen Handball, Tennis, Hipphopp, Klettern, Tischtennis und vieles mehr. Schön ist es, wenn die Kids selbstständig zum Sport kommen, vielleicht mit dem Fahrrad fahren.

Für einen kleinen Mitgliedsbeitrag können die Kids im Grunde täglich im Verein Sport machen, aber ein bis zwei Bewegungsangebote reichen schon aus, wenn man den Schulsport mit 90 Minuten in der Woche dazu rechnet.

Feste Termine beim Mannschaftssport bieten den Vorteil, dass man die Liebsten auch im Teenie Alter von elektrischen Geräten weg und an die frische Luft bekommt.

  1. Gemeinschaftsaktionen

Am Wochenende eine Rad- oder Wandertour mit der Familie und Freunden, die vielleicht Kinder im selben Alter haben bringt Bewegung und Entspannung auch für die Großen. Schwimmen gehen ist immer eine gute Alternative bei schlechtem Wetter oder im Sommer im Freibad.

  1. Aktiver Urlaub

Es gibt schon relativ günstige Angebote für eine Auszeit auf dem Bauernhof oder im Ferienpark, die mit Aktivitäten für die ganze Familie locken. Im Herbst bei Wind und Wetter eine Stunde am Stand laufen und sich mit einem warmen Kakao belohnen, kann auch für Kinder zu einem beliebten Ritual werden.

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